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Fachtagung zur Inklusion – Teilnehmer kritisieren
mangelhafte Umsetzung
"Nichts weiter als Etikettenschwindel"
Bericht aus der Meppener Tagespost von November 2011
Meppen. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne
Behinderung hat im Mittelpunkt der Fachtagung „Emsländische Schulen auf dem Weg
in die Inklusion“ gestanden.
Veranstalter waren der
Sozialverband SoVD-Landesverband Niedersachsen zusammen mit dem
SoVD-Kreisverband Emsland in Kooperation mit Grund- und Förderschulen sowie der
Tagesbildungsstätte in Meppen. Dabei diskutierten Verbands- und
Behördenvertreter, Lehrer, Erzieher und Eltern einer Mitteilung zufolge die
Chancen und Potenziale inklusiver Schule im Emsland.
In ihrem Vortrag „Inklusion in der Schule“ vor den rund 100 Teilnehmern in der
Tagesbildungsstätte Meppen machte Irmtraud Schnell von der Goethe-Universität
Frankfurt deutlich: „Wir müssen weg von der Frage, was Kinder nicht können –
hin zu der Frage, was sie an Voraussetzungen brauchen, um sich entwickeln zu
können.“ Die inklusive Schule müsse sich den Schülern anpassen, nicht
umgekehrt.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Gruppenarbeit. In sieben Arbeitsgruppen
tauschten sich die Teilnehmer zu gemeinsamem Lernen von Kindern mit und ohne
Behinderungen vom Kindergarten bis zum Schulalltag aus, stellten Thesen auf und
formulierten konkrete Fragen an die Politik.
„Übergänge
gestalten“
In der anschließenden Podiumsdiskussion
debattierten Meike Janßen (Abteilungsleiterin Sozialpolitik beim
SoVD-Landesverband Niedersachsen), Matthias Wahmes (Stadtverwaltung
Meppen) Bernd Carsten Hiebing (Landtagsabgeordneter der CDU) und
die Landtagsabgeordnete Karin Stief-Kreihe (SPD) mit den
Tagungsteilnehmern die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen sowie den aktuellen
Gesetzesentwurf zur inklusiven Schule in Niedersachsen.
Dabei wurde die Verunsicherung von Eltern und Lehrern spürbar. Janßen fasste
den Unmut zusammen: „Im Moment ist die Inklusion nichts weiter als ein
Etikettenschwindel“, erklärte sie. „Inklusion steht drauf, und alte Schule ist
drin.“ Die Übergänge von der alten zur neuen Schule müssten jetzt gestaltet
werden. „Daran wollen wir mit unseren Erfahrungen und Ideen aktiv mitwirken.“
Karin Stief-Kreihe machte den Teilnehmern Mut, sich bei der Ausgestaltung des
neuen Schulgesetzes einzubringen: „Kein Gesetzesentwurf kommt so aus dem
Landtag raus, wie er reingegangen ist.“
Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen werden die Teilnehmer nun einen offenen
Brief an die Politik formulieren. „Wir sind sehr enttäuscht, dass sich weder
vom Kultusministerium noch vom Landkreis jemand bereit erklärt hat, sich
unseren Fragen zu stellen“, erklärte Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes
Emsland.
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